Benutzerhandbuch

Komplette Referenz zu allen Funktionen, Eingaben und Modellierungsmöglichkeiten – mit Praxisbeispielen für typische Finanzszenarien.

1. Der Silverline-Workflow

Silverline arbeitet in fünf Schritten. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf – der Forecast zeigt das Gesamtbild.

1

Basis

Geburtsdatum, Horizont
2

Aktiven

Vermögenswerte
3

Passiven

Schulden
4

Events

Einnahmen, Ausgaben, Transfers
5

Forecast

Bilanz & Prognose

2. Basis – Persönliche Angaben

Geburtsdatum *Bestimmt dein Alter im Forecast. Pflichtfeld.
RentenalterOptional (40–80). Wird als vertikale Linie im Forecast angezeigt.
Forecast-Horizont *1–120 Jahre. Bestimmt wie weit in die Zukunft gerechnet wird.
StartjahrAutomatisch: das aktuelle Kalenderjahr. Nicht änderbar.
FallbeschreibungOptionaler Freitext – z.B. «Szenario mit Hauskauf 2030».

3. Vermögen (Aktiven)

Dein Vermögen wird nach Verfügbarkeit in vier Töpfe eingeteilt. Jeder Topf verhält sich im Forecast unterschiedlich.

Liquidität

Sofort verfügbar
Bank, Cash, Reserve. Drehscheibe – alle Einnahmen landen hier, alle Ausgaben gehen von hier weg.
Kurzfristig

3 Monate – 3 Jahre
ETF, Wertschriften. Rendite ist kein Cashflow – Dividenden/Zinsen schon.
Langfristig

> 3 Jahre
Immobilien, Vorsorge. Stabil, aber nicht kurzfristig verfügbar.
Sachwerte

Gebunden
Säule 3a, Zwecksparen. Entnahme nur via Event/Transfer.

Felder pro Position

BezeichnungFreitext – z.B. «Sparkonto UBS», «ETF Swissquote»
TypCash, Bank, Wertschriften, Vorsorge, Immobilie, Gold, Krypto, Sonstiges
Wert (CHF)Aktueller Marktwert
VerfügbarkeitSofort / 3M–3J / >3J / Gebunden
Ertrag p.a.Jährlicher Cashflow (Dividenden, Zinsen, Miete)
Cashflow-ZielLiquidität (Ertrag wird verfügbar) oder Wiederanlage (bleibt investiert)
GegenkontoWohin der Ertrag fliesst (anderes Konto oder intern)
NotizOptionaler Freitext
Tipp: Du kannst eine Position mit Wert 0 anlegen (z.B. «ETF Sparplan») und später über einen Transfer-Event befüllen – ideal für geplante Investments.

4. Schulden (Passiven)

Schulden werden analog zu den Aktiven nach Verfügbarkeit eingeteilt. Zinsen und Amortisation werden pro Position erfasst.

Felder pro Position

Bezeichnungz.B. «Hypothek UBS», «Konsumkredit»
TypHypothek, Darlehen, Konsumkredit, Kreditkarte, Andere
Betrag (CHF)Ausstehender Saldo
VerfügbarkeitSofort / 3M–3J / >3J / Gebunden
Zinssatz (%)Jährlicher Zinssatz – Zinsen werden auf den aktuellen Saldo berechnet
Amortisation p.a.Jährliche Rückzahlung in CHF (inkl. Zinsen)
QuelleAus welchem Liquiditätskonto Zinsen/Amort bezahlt werden
NotizOptionaler Freitext
Hinweis: Reicht die Liquidität nicht für Zinsen und Amortisation, greift Silverline auf kurzfristiges Vermögen zurück. Ist auch das aufgebraucht, entsteht ein Überzug (neuer Kredit).

5. Regelmässige Einnahmen und Ausgaben

Die jährlichen Grundströme – Lohn, Lebenshaltung, Versicherungen. Sie bilden das Fundament des Forecasts.

Jahreseinkommen

Betrag – Gesamtes Jahreseinkommen in CHF
Zielkonto – Wohin das Einkommen fliesst (Standard: Liquidität)
Jahresausgaben

Betrag – Gesamte Jahresausgaben in CHF
Strategie – Waterfall (erst Liq, dann Kurzfr.) oder Fixed Split
Quellen – 1–2 Konten für die Finanzierung

6. Ereignisse – Einnahmen, Ausgaben, Transfers

Ereignisse sind der Kern der «Was wäre wenn»-Planung. Drei Typen decken alle Szenarien ab.

Einnahme-Events

Geld fliesst in dein Vermögen. Landet standardmässig in der Liquidität.

TitelBeschreibender Name
Betrag (CHF)Jährlicher oder einmaliger Betrag
StartdatumAb wann die Einnahme gilt
EnddatumOptional – offen lassen für unbefristet
WiederholungEinmalig / Jährlich / Monatlich
IndexationKeine / Mit Inflation / Real konstant / Nominal fix
ZielkontoWohin das Geld fliesst (Liquidität oder ein Aktivkonto)
Beispiele: Bonus, Erbschaft, Rückzahlung, Mieteinnahmen, Nebenverdienst

Ausgabe-Events

Geld fliesst aus deinem Vermögen. Wird aus Liquidität und definierten Quellen finanziert.

Alle Einnahme-FelderTitel, Betrag, Datum, Wiederholung, Indexation
StrategieWaterfall: erst Quelle 1, dann 2 · Fixed Split: fixe Anteile
Quellen (1–2)Konten, aus denen bezahlt wird (Liquidität, Kurzfristig, etc.)
Kredit erlaubenWenn aktiviert: Überzug als letzte Finanzierungsquelle
Beispiele: Autokauf, Renovation, PV-Anlage, Ausbildung, Sondertilgung

Transfer-Events

Geld wird zwischen Konten verschoben, ohne die Bilanz zu verändern – nur die Verteilung ändert sich.

Alle Basis-FelderTitel, Betrag, Datum, Wiederholung, Indexation
Von (Quelle)Konto, von dem das Geld abgeht
Nach (Ziel)Konto, auf das das Geld geht
Drei Richtungen:
Aktiv → Aktiv
Umschichtung
Liquidität → ETF · Säule 3a → ETF · Kurzfr. → Langfr.
Aktiv → Schuld
Schuld tilgen
Liquidität → Hypothek · Wertschr. → Darlehen · Sondertilgung
Schuld → Aktiv
Kredit aufnehmen
Hypothek → Liquidität · Aufstockung · Neuer Kredit

7. Wiederholung und Indexation

Wiederholung

  • Einmalig – nur im Startjahr
  • Jährlich – jedes Jahr im Zeitraum
  • Monatlich – Betrag × 12 pro Jahr
Indexation

  • Keine – Betrag bleibt fix
  • Mit Inflation – steigt jährlich mit Teuerung
  • Real konstant – kaufkraftbereinigt
  • Nominal fix – exakt der eingegebene Betrag
Praxis: Einen jährlichen ETF-Sparplan mit «Mit Inflation» indexieren – so steigt der Sparbetrag real mit. Einen Mietvertrag als «Nominal fix» erfassen, wenn der Betrag vertraglich fixiert ist.

8. Anwendungsfälle – Rezepte

Schritt-für-Schritt-Anleitungen für typische Finanzszenarien. Jedes Rezept zeigt, welche Events du brauchst.

Autokauf finanzieren

Ausgabe «Auto» – z.B. 35’000 CHF, einmalig 2027
→ Forecast zeigt den Liquiditätseinbruch und wie schnell er sich erholt.
PV-Anlage installieren

Ausgabe «PV-Anlage» – z.B. 25’000 CHF, einmalig 2029
Einnahme «Stromersparnis» – z.B. 2’500 CHF/Jahr, jährlich ab 2030, mit Inflation
→ Amortisation nach ~10 Jahren sichtbar. Optional: Einspeisevergütung als dritter Event.
ETF-Sparplan starten

Position «ETF Sparplan» in Aktiven anlegen mit Wert 0 CHF (Kurzfristig)
Transfer «ETF Sparen» – z.B. 6’000 CHF/Jahr, jährlich ab 2026, Von: Liquidität → Nach: ETF Sparplan
→ ETF wächst jedes Jahr, Liquidität sinkt entsprechend. Bilanz bleibt gleich.
Vorsorge in ETF umschichten

Transfer «Entnahme 3a» – z.B. 50’000 CHF, einmalig 2030, Von: Säule 3a → Nach: ETF Sparplan
→ Sachwerte sinken, Kurzfristig steigt. Ideal für geplante Vorsorgebezüge.
Hypothek Sondertilgung

Transfer «Sondertilgung» – z.B. 50’000 CHF, einmalig 2027, Von: Wertschriften → Nach: Hypothek
→ Schuld sinkt sofort, Zinslast ab Folgejahr tiefer. Im Detail sichtbar.
Renovation mit Hypothek-Aufstockung

Transfer «Hypo aufstocken» – z.B. 50’000 CHF, Von: Hypothek → Nach: Liquidität
Ausgabe «Renovation» – z.B. 45’000 CHF, einmalig
→ Schuld steigt, Liquidität bleibt erhalten. Zinslast steigt ab Folgejahr.
Erbschaft einsetzen

Einnahme «Erbschaft» – z.B. 80’000 CHF → Liquidität
Transfer «Kredit tilgen» – 30’000 CHF, Von: Liquidität → Nach: Konsumkredit
Transfer «Investieren» – 40’000 CHF, Von: Liquidität → Nach: ETF
→ Drei Events bilden die gesamte Entscheidung ab: Einnahme, Tilgung, Investment.
Pensionierung planen

Jahreseinkommen anpassen: Einkommen ab Rentenalter reduzieren (z.B. AHV + PK statt Lohn)
Transfer «Vermögensverzehr» – jährlich ab Rentenjahr, Von: Kurzfristig → Nach: Liquidität
→ Zeigt, wie lange das Vermögen reicht und wann Liquidität kritisch wird.
Immobilienkauf mit Hypothek

Position «Eigentumswohnung» in Aktiven anlegen (Sachwerte, Wert = Kaufpreis)
Position «Hypothek» in Passiven anlegen (Betrag, Zinssatz, Amortisation)
Ausgabe «Eigenkapital» – z.B. 100’000 CHF aus Liquidität
→ Bilanz: Immobilie und Hypothek erscheinen sofort, EK-Abfluss im Kaufjahr.
Sparen vs. Investieren

Transfer «Sparplan» – jährlich, Von: Liquidität → Nach: ETF/Kurzfristig
→ Liquiditäts-Hinweis zeigt, ob der Sparbetrag die Liquidität gefährdet. Bei Warnung: Betrag reduzieren oder Laufzeit anpassen.

9. Forecast verstehen

Forecast-Grafik

  • Die Linie zeigt das Eigenkapital (Aktiven minus Passiven) pro Jahr
  • Grüne Abschnitte – Eigenkapital steigt gegenüber Vorjahr
  • Rote Abschnitte – Eigenkapital sinkt
  • Horizontale Linie bei 0 und beim Startwert als Referenz
  • Vertikale Linie bei Pensionierung (wenn Rentenalter gesetzt)
  • Zeitraum wählbar: 3 / 5 / 10 Jahre oder Gesamt

Liquiditäts-Hinweis

Wenn die Liquidität in einem Forecast-Jahr auf 0 oder darunter fällt, erscheint ein klickbarer Hinweis.

Akut (≤ 1 Jahr)
Sofort handeln – Ausgaben kürzen, Einnahmen prüfen
Mittelfristig (≤ 3 Jahre)
Jetzt planen – Strategie entwickeln, Optionen prüfen
Langfristig (> 3 Jahre)
Strategie entwickeln – Sparquote stärken, Ausgaben prüfen

Klick auf den Hinweis öffnet ein Modal mit konkreten Empfehlungen.

Detail-Tabelle

Klick auf ein Jahr öffnet die vollständige Herleitung:

  • Start / Ende pro Bucket (Liquidität, Kurzfristig, Langfristig, Sachwerte)
  • Passiven Start / Ende (Kurzfristige + Langfristige Schulden)
  • Eigenkapital und Veränderung
  • Bewegungen: Annuals (Ein/Aus), Ereignisse, Transfers, Erträge, Zinsen, Amortisation
  • Herleitung Aktiven – wie sich jeder Topf verändert hat und warum

10. Vorlagen (Templates)

Beim ersten Öffnen oder auf der Muster-Seite kannst du aus fünf Lebenssituationen wählen. Die Vorlage füllt Aktiven, Passiven und Einnahmen/Ausgaben vor – du passt dann an deine Situation an.


Single jung (25)
Berufseinstieg, wenig Vermögen, langer Planungshorizont

Single 45+
Etabliert, Vorsorge aufgebaut, mittlerer Horizont

Familie 30+
Haushaltseinkommen, Eigenheim, Hypothek

Familie 50+
Eigenheim abbezahlt, Vorsorge-Phase

Pensionär (67)
AHV + Pensionskasse, geplanter Vermögensverzehr

11. Szenarien vergleichen

Tipp: Du kannst heute schon Szenarien vergleichen – mit zwei Benutzerkonten.

  1. Erstelle zwei Konten: z.B. «Szenario A – Hauskauf» und «Szenario B – Miete»
  2. Erfasse dieselbe Ausgangslage in beiden Konten
  3. Ändere in Szenario B die Events (z.B. kein Hauskauf, dafür Miet-Ausgabe + Investment)
  4. Vergleiche die Forecasts – auf zwei Geräten oder abwechselnd eingeloggt

Ein integrierter Side-by-Side-Vergleich innerhalb der App ist geplant.

12. Was Silverline ist – und was nicht

Silverline ist

  • Strategische Jahresplanung – Jahressicht, nicht Monatssicht
  • Bilanz- und Liquiditätsforecast über einen langen Zeithorizont
  • «Was wäre wenn»-Tool – Szenarien durchspielen und vergleichen
  • Lokale, offline-fähige PWA – deine Daten gehören dir
  • Schweizer Kontext – CHF, Säule 3a, Hypothekarmodell
Silverline ist nicht

  • Kein Budget-Tool – keine monatliche Budgetierung
  • Kein Monatsplaner – keine Monats-Cashflow-Sicht
  • Kein Kontenaggregator – kein automatischer Bank-Import
  • Kein Steuerrechner – keine Steuerprognose
  • Kein Anlageberater – keine Renditeprognosen
  • Kein Buchhaltungstool – keine Buchungssätze
  • Keine Multi-Währung – alles in CHF
Geplant / denkbar

  • Integrierter Szenario-Vergleich in einer Ansicht
  • Detailliertere Monatsauflösung
  • Erweiterte Reportings und Auswertungen
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